Wirkungen und Indikationen

Die hyperbare Sauerstofftherapie, auch Hyperbare Oxygenierung (= HBO) genannt, ist definitionsgemäß eine therapeutische Anwendung des Medikaments Sauerstoff unter Bedingungen, welche den Luftdruck auf Meereshöhe übersteigen. Einige Länder wie zum Beispiel die USA, Russland, Japan, Frankreich und Italien, verfügen über jahrzehntelange, umfangreiche Erfahrungen mit der HBO-Therapie bei den verschiedensten Erkrankungen. Nach heutigem medizinischen Wissensstand und unserer Erfahrung ist eine HBO-Behandlung bei nachstehenden Erkrankungen wirksam: 

  • Problemwunden mit Gewebshypoxie
  • Akute und therapierefraktäre Osteitis
  • Osteoradionekrose im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich
  • Strahlenzystitis und chronische Entzündung/Blutung im Enddarmbereich nach Bestrahlung
  • Aseptische Knochennekrose (Morbus Ahlbäck)
  • akute Innenohrstörung (Hörsturz, Tinnitus, Knalltrauma)
  • Gefährdetes Haut- und/oder muskuloskeletales Transplantat
  • Ausgedehnter Weichteilschaden mit drohendem Gewebsuntergang
  • Dekompressionserkrankung
  • Borreliose
  • Migräne

Außerdem:

  • Luft- und Gasembolie
  • Kohlenmonoxid- und Rauchgas-Vergiftung
  • Verbrennung und Verbrennungskrankheit
  • Gasbrand und nekrotisierende Weichteilinfektionen
  • Biphosphonatnekrose im Kiefer
  • Trauma des Rückenmarkes

Wirkungen der hyperbaren Sauerstofftherapie: 

  • Verlängerung der O2-Diffusionsstrecke, das heisst es werden weiter von der Kapillare entfernt liegende Gewebsbereiche mit Sauerstoff versorgt.
  • Antiödematöse Wirkung durch Vasokonstriktion
  • Verkleinerung von Gasblasen nach Gasembolie oder Dekompressionserkrankung
  • Bakterizidie auf anaerobe Erreger und Toxininaktivierung
  • Kompetitive Verdrängung von Kohlenmonoxid (CO) und damit schnellere Elimination
  • Aktivierung der Fibroblastenproliferation und Kollagensynthese
  • Osteoklastenaktivierung und Osteoneogenese
  • Angioneogenese
  • Aktivierung von Leukozyten und Makrophagen